Silcherstr.
Benannt nach Friedrich Silcher (1789–1860), schwäbischem Komponisten, Musikpädagogen und einem der wichtigsten Volkslied-Sammler und -Komponisten des 19. Jahrhunderts. 1817 wurde Silcher Musikdirektor an der Universität Tübingen; 1829 gründete er dort die „Akademische Liedertafel". Seine Vertonungen von Heinrich Heines Gedicht „Die Lorelei" („Ich weiß nicht, was soll es bedeuten", 1838), „Ännchen von Tharau", „In einem kühlen Grunde", „Muß i denn zum Städele hinaus" und „Alle Jahre wieder" wurden zu deutschem Volkslied-Allgemeingut. Bemerkenswert: Silcher selbst nannte seine Loreley „fast ein Volkslied" — das Werk wurde so populär, dass Heines jüdische Urheberschaft im Nationalsozialismus geleugnet werden musste. Im Bickendorfer Cluster steht Silcher — neben Mendelssohn — für die populäre, „singbare" Romantik.
Quellen: