Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_7457 Lützowstraße 9 · Neustadt/Nord

Wohnhaus

Typ
Gebäude
Baujahr
um 1898
Denkmal seit
1995
Stadtteil
Neustadt/Nord
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Erbaut um 1898; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (2 erneuerte Gauben); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung im Stil der Neo-Renaissance; Horizontalgliederung durch durchlaufendes Sturzgesims (Kragsteine über den Wandöffnungen) und Stockwerksgesims (EG), verkröpfte Sohlbankgesimse (Obergeschosse), Fries (stilisiertes Anthemion) und vorkragendes Traufgesims (ruht auf 2 ornamentierten Konsolen mit Löwenköpfen); EG: profilierte Horizontalgliederung (stilisierte Quaderstruktur/Sockelgeschoß); variierende Fensterrahmungen (aufgeputzt und profiliert, im 1. OG mit seitlichen Voluten) und -verdachungen (1. OG: Mittenbetonung durch Giebel mit ornamentiertem Giebelfeld; 2. OG: mit Rundgiebeln und Muschelornament); Wandfläche im 1. OG mit aufgeputzten Lagerfugen; 2. OG: Seitenachsen mit ornamentierten Brüstungsfeldern; 3. OG: 2 schmiedeeiserne, ornamentierte Maueranker im Brüstungsbereich; Eingangstür erneuert; originale Fenster in den Obergeschossen; Innenhof: backsteinsichtig; Vorder- und Hinterhaus mit loggia-artigen Balkonen (originale Metallgeländer, Fenster, Fenstertüren); originale Treppenhausfenster mit Beschlägen; Rückfront: backsteinsichtig; 2 Achsen; stichbogenförmige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; Hoftür und schmiedeeisernes Kellerfenstergitter original. Innen original: Terrazzobelag im Vorflur (mit Bordüre und Mittelornament) und Treppenhaus; Deckenstuck (Leiste/Rosette) im Vorflur; Treppenstufen in Beton, Metallgeländer mit hölzernem Handlauf; WC- und Wohnungsabschlußtüren (2./3. OG, im 3. OG verkleidet); zum Teil Zimmertüren, Rahmen und Fußleisten im 1. OG/Dachgeschoß; gemauerter Gewölbekeller; Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Einfassungsmauer.

Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in sozial verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Westlich, zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße, entwickelte sich das sogenannte "Westend", das durch den Stadtgarten und verschiedene begrünte Platzanlagen alle Voraussetzungen für ein gutbürgerliches Wohnviertel bot. Die Lützowstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, reicht von der Linden- bis zur Jülicher Straße und wurde vorwiegend von 1898 bis 1903/04 bebaut. Das Gebäude ist eines der wenigen Zeugnisse der Erstbebauung, die die Kriegseinwirkungen überstanden haben und trägt daher wesentlich zur Veranschaulichung des historischen Straßenbildes bei.

Die an Stadtpalästen der Renaissance orientierte Fassadengestaltung belegt einen gewissen repräsentativen Anspruch der bürgerlichen Bauherren/Bewohner. Das Dreifensterhaus ist eine typische frühe Bauform in der städtebaulichen Entwicklung der Neustadt, deren westliches Randgebiet zu den frühesten bebauten Bereichen gehört.

Als eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieses Haustyps wird das o. g. Objekt zu einem unverzichtbaren Dokument.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_7457
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohnhaus
Adresse
Lützowstraße 9 , 50674 Köln
Stadtteil
Neustadt/Nord
Baujahr
um 1898
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
27.04.1995
Koordinaten
50.93229° N, 6.93220° E