Poll liegt rechtsrheinisch südlich von Deutz und gehört seit 1888 zu Köln – damit ist es einer der ältesten eingemeindeten Stadtteile im rechtsrheinischen Bereich. Der Stadtteil liegt auf einer Rheinhalbinsel und hat durch die Umlage des Rheins eine besondere geografische Lage. Poll ist überwiegend durch Wohnbebauung aus der Nachkriegszeit geprägt und grenzt an die Rheinwiesen. Die Stadtbahn verbindet Poll direkt mit der Innenstadt.
Erstmals erwähnt wird der Ort 1003 als „Polla". Über Jahrhunderte lebte Poll vom Fischfang – berühmt war der Poller Maifisch, eine Heringsart – und von Landwirtschaft. Die Poller Milchmädchen brachten ihre Ware bis 1880 mit Nachen über den Rhein in die Stadt. An sie erinnert die Milchmädchensiedlung von 1919–1921 mit dem Efeuplatz.
Heute ist Poll eine Mischung aus altem Dorfkern um Hauptstraße und Weingartengasse, Wohnsiedlungen unterschiedlicher Epochen und Gewerbe am Rhein, darunter die Werkzeugmaschinenfabrik Schütte und der Sitz des TÜV Rheinland. Zentrum ist der Marktplatz an der Siegburger Straße mit Wochenmarkt und Maifest. Die Poller Wiesen am Rhein sind eine der größten innerstädtischen Freiflächen Kölns.