Bechergasse
Lange Zeit war die Bechergasse eine der engsten Straßen der Stadt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete man sie, um den Anforderungen der Großstadt besser gerecht zu werden. Als Teil des Marktviertels ist es wahrscheinlich, dass sich der Name von dem Warenangebot, nämlich Becher aus den unterschiedlichsten Materialien, ableitete, die man an die dieser Stelle verkaufte. Folgt man der Straße führt sie vom Alter Markt zum Domhof.
Eine der Kölner Berufs-Gassen aus dem Mittelalter — benannt nach den hier ansässigen „Becherern" oder Bechermachern, die zur Familie der Böttcher (Faßbinder) zählten und hölzerne Becher und Krüge herstellten. Bemerkenswert: Eine Hausquelle von 1271 nennt am Eck einen „Godefridus Lebkuchbecker" (Lebkuchen-Becker) — möglicherweise war die Gasse zuvor nach Lebkuchenbäckern benannt und wurde erst im Spätmittelalter zur Bechermacher-Gasse. Ähnlich namensgebend für umliegende Straßen waren weitere Gewerke: Bolzengasse (Armbrustbolzen), Sporergasse (Sporenmacher), Schwertnergasse (Schwertmacher), Goldgasse, Unter Goldschmied, Unter Taschenmacher, Faßbindergasse, Hämergasse — Köln zählt zu den europäischen Städten mit den meisten erhaltenen mittelalterlichen Berufsstraßennamen.
Quellen: