Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
11 Denkmale

Alter Markt

Länge
262 m
Hausnummern
50667: ungerade 1–67, gerade 2–64
Fotografien
4 Bilder
Stadtteil
Kriegszerstörungen 1946 · Historisch

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.

Frühere Bezeichnung: Der große Markt; Le grand marche

Einer der ältesten und bedeutendsten Plätze Kölns, seit 922 als „Mercatus coloniä" urkundlich belegt. Bis ins 15. Jahrhundert war hier das wirtschaftliche Herz der mittelalterlichen Stadt: Obst- und Buttermarkt, Turnierplatz, Standort des Prangers. Um 1075 entstand durch eine bauliche Abtrennung daneben der heutige Heumarkt. Vom Alten Markt aus erhebt sich der Rathausturm, den die Kölner Zünfte zwischen 1407 und 1414 als Zeichen ihrer Stadtherrschaft errichten ließen — mit fünf Geschossen und 61 Metern Höhe das erste profane „Hochhaus" Kölns. Die Rathauslaube als Renaissance-Vorbau entstand ab 1569 nach Plänen Wilhelm Vernukkens. Heute ist der Alte Markt einer der zentralen Orte für Kölner Großveranstaltungen — Karneval, Christopher-Street-Day, Weihnachtsmarkt.


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