Wohn- u. Geschäftshaus
Das Haus ist ein bedeutendes orts- und baugeschichtliches Zeugnis der Kölner Altstadt. Das Benedikt von Schwelm zugeschriebene, 1580 errichtete und schon zu seiner Entstehungszeit als Kleinod empfundene Doppelgebäude dokumentiert die Renaissance-Architektur des Alter Marktes. In den Jahren 1910 bis 1912 wurde es von Grund auf rekonstruiert, wobei es wieder seine einheitlich gestaltete Hauptfassade zurückerhielt. 1943 brannte es, von Bomben getroffen, völlig aus, bewahrte aber als einziger historischer Bau am Markt das Mauerwerk in voller Höhe. In seiner gegenwärtigen Gestalt präsentiert es sich als frühes Beispiel des denkmalpflegerischen Wiederaufbaus nach 1945. Es weist sich als ein in Ecklage gebautes, 5geschossiges, mit Zwischen- und Giebelgeschoß versehenes Geschäfts-Wohnhaus von zwei zu zwei Achsen aus. Die Hausfronten als konstruktiver Teil des Hauskerns verdeutlichen dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Sie zeigen Putzfassaden mit Werksteingliederung. Die dem Markt zugewandte Hausseite wird im Reichtum der Gestaltungsmittel als Hauptfassade hervorgehoben. Sie zeichnet sich durch ihren horizontal klar gegliederten, symmetrischen Aufbau aus. Besonders die dichte Reihung der Fenster, die eine Auflösung der Wandfläche in Fensterbänder bewirkt, sowie Gurt- und Fensterbankgesimse lassen die Horizontalgliederung hervortreten. Die verschiedenartigen Fenstergruppierungen geben der Fassade ihr charakteristisches Aussehen: breite, durch schmale Mauerpfeiler kaum voneinander getrennte, Korbbogenfenster im ersten Geschoß und Zwischengeschoß; hochrechteckige, schmale, zur Vierergruppe zusammengefaßte Fenster im zweiten und dritten Geschoß; breites stichbogenförmiges Mittelfenster mit schmalen flankierenden Rechteckfenstern im vierten und fünften Geschoß. Im doppelten, dreifach gestuften Volutengiebel erhält das Haus seine aufragende Bekrönung. Der als Blendmaterial (Erd- und Zwischengeschoß) und für Gewände, Gesimse und Giebelumrißfassung verwendete Werkstein setzt die einzelnen Architekturteile wirkungsvoll von der Putzfläche ab. Maueranker und Inschrifttafeln (mit Hausnamen und -zeichen, Jahreszahl 1580) sind weitere Merkmale der Marktfassade. Die zur Lintgasse stehende Hausseite zeigt eine geschlossene, nur von einer Fensterachse, von Gesimsen, Mauerankern und Zinnenabschluß gekennzeichnete Wand. Städtebaulich markiert das stattliche Haus den Abschluß der östlichen Alter-MarktReihe an der Lintgasse. Es bildet einen vorzüglichen Blickpunkt aus der Richtung Unter Käster und von der Südseite des Alter Marktes.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_2970- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohn- u. Geschäftshaus
- Adresse
- Alter Markt 20-22 , 50667 Köln
- Stadtteil
- Altstadt/Nord
- Baujahr
- 1910 bis 1912
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 03.06.1985
- Koordinaten
50.93811° N, 6.96046° E