Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_4825 Alter Markt 4-6 · Altstadt/Nord

Wohn- u. Geschäftshaus

Typ
Gebäude
Baujahr
1896
Denkmal seit
1989
Stadtteil
Altstadt/Nord
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Erbaut lt. Inschrift 1896, 5 Geschosse (5. Geschoß nach 1945 aufgesetzt), 3:3 Achsen, Werksteinfassade (heute gestrichen) mit Quaderungen, Gurt- und Kranzgesimse, Brüstungsfeldern, Vierpässen und Blumenornamentik. Alte Holztür als Eingang zur Wirtschaft (Leihgabe des Konservators). EG teilweise und Dachzone gänzlich verändert, Fenster erneuert, Inneres neu.

Ortsgeschichtlich ist der Alter Markt der traditionsreichste Platz der Stadt. In der "Mitte der Altstadt" liegend ist er Zeuge der zweitausendjährigen bewegten Geschichte Kölns. Zu Trajans und Constantins Zeiten plätscherte hier noch das Wasser des Rheinhafens. Als die Römerzeit zu Ende war, versandete der Hafen immer mehr. Um 900 oder 1000 wurde der Morast trockengelegt und die Gebäude für den Warenumschlag, die es vorher schon auf der Rheininsel vor der Römerzeit gegeben hatte, wuchsen sich allmählich zur Randbebauung eines langgestreckten Marktplatzes aus. Unter dem Schutz des Rathausturms war hier nicht nur das Marktleben in seiner ganzen Fülle zu Hause; bei der Gelegenheit von Kaiserbesuchen und anderen Festlichkeiten fand hier das prunkvollste Amüsement statt. Im 19. Jh. sprach man so über den "Cölnischen Makusplatz", bzw. man verglich den Ort mit der Piazza Navona in Rom. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch der Alter Markt weitgehend zerstört. Baukünstlerisch steht das ursprünglich 5geschossige Eckhaus zur Hühnergasse (3:3 Achsen zu beiden Seiten) in der Tradition des Kölner Historismus. Drei hohe Dreiecksgiebel und ein kräftiger Turmhelm, hervorgehoben durch Balkonbalustraden, schmückten ursprünglich das DG und verliehen der ganzen Umgebung eine stark romantisierende Note. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das DG in einfachen Formen neu gebaut. Der dreigeschossige Erker und die auffallenden Fensterrahmungen sowie einzelne noch bewahrte Baudetails (besonders in der durch tiefe plastische Baureliefs reich verzierten Portalzone) deuten noch die ursprünglichen stilistischen Zielsetzungen an. Unter dem jetzigen Farbanstrich befindet sich die durch Quaderbossierung regelmäßig strukturierte Werksteinfassade aus rotem Sandstein. Die geschnitzten Holztüren, die den Eingang zur Wirtschaft schmükken, sind eine Leihgabe des Stadtkonservators. Mehrfache Vierpässe, Fensterrahmungen und die drei durchgehenden Gurtgesimse sind jetzt neben der Blumenornamentik in den einzelnen Brüstungsfeldern die plastische Hauptdekoration. Das abschließende Kranzgesims auf Konsolen (in der Hühnergasse noch durchgehend) ist an der Ecke und zum Alter Markt unterbrochen. Bei der Wiederherstellung des Hauses nach dem Zweiten Weltkrieg war das Hausinnere völlig entkernt. Die neuen Umbauten weisen auf das typische Bauhandwerk der 50er Jahre hin und sind völlig funktionell ausgerichtet. Städtebaulich ist das o. g. Wohnhaus wichtig, weil es im Zusammenhang mit dem Nachbarhaus Alter Markt Nr. 2 Erinnerungen an die maßgebenden Umbauten des 19. Jh. beim Rathaus und seiner Umgebung festhält.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_4825
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohn- u. Geschäftshaus
Adresse
Alter Markt 4-6 , 50667 Köln
Stadtteil
Altstadt/Nord
Baujahr
1896
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
09.02.1989
Koordinaten
50.93774° N, 6.95976° E