Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Carl-Muth-Str.

Länge
98 m
Hausnummern
51109: ungerade 1–19, gerade 2–14
Fotografien
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Stadtteil
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Benannt nach Carl Muth (1867–1944), katholischem Publizisten und Gründer der einflussreichen Kulturzeitschrift „Hochland". Muth wurde in Worms geboren, war zeitweise Missionsschüler bei den Steyler Missionaren und den Weißen Vätern in Algier, ehe er sich der Publizistik zuwandte. 1903 gründete er „Hochland" in München – ein katholisches Magazin, das sich bewusst als „übrkonfessionell" verstand und neben katholischen auch protestantische, jüdische und konfessionslose Autoren publizierte: ein Forum für den Dialog zwischen katholischen Akademikern und kirchenkritischen Intellektüllen, einmalig im deutschen Sprachraum. Im Dritten Reich nahm „Hochland" wiederholt – wenn auch literarisch verschlüsselt – Stellung gegen die NS-Pervertierung des Reichsbegriffs; 1941 wurde die Zeitschrift verboten. Muth gehörte zum Umfeld der Weißen Rose und beherbergte zeitweise Hans Scholl. Viele Strassenpaten Neubrücks (Reinhold Schneider, Theodor Häcker, Leo Weismantel, Wilhelm Hausenstein) gehörten zum Hochland-Autorenkreis – Muth ist insofern eine Schlüsselgestalt des ganzen Quartiers.

Quellen: