Cusanusstr.
Benannt nach Nikolaus von Küs (latinisiert Nicolaus Cusanus, 1401–1464), Philosoph, Theologe, Kardinal und Mathematiker — der bedeutendste deutsche Denker des 15. Jahrhunderts und einer der ersten deutschen Humanisten am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Geboren in Küs an der Mosel (heute Bernkastel-Küs), studierte er in Heidelberg, Padua und Köln, wo er sich mit Theologie, Recht, Mathematik und den klassischen Sprachen befasste. Als Konzilsvater in Basel, päpstlicher Legat, Kardinal der römischen Kirche, Bischof von Brixen und schließlich Generalvikar in Rom prägte er die Kirchenpolitik des Mittelmeerraums entscheidend mit. Seine philosophischen Hauptwerke (De docta ignorantia, „Von der gelehrten Unwissenheit", 1440) entwickelten den Begriff der coincidentia oppositorum — des Zusammenfalls der Gegensätze in Gott — und lehrten erstmals die Unendlichkeit der Welt, eine Position, die zwei Generationen vor Kopernikus die Grundlagen für die mathematische Naturwissenschaft der Neuzeit legte. Seine bis heute erhaltene Privatbibliothek im Cusanusstift zu Bernkastel-Küs gilt als die bedeutendste private Büchersammlung des Mittelalters.
Quellen: