Engelkestr.
Benannt nach Gerrit Engelke (1890–1918), Hannoveraner Arbeiterdichter, der mit nur 27 Jahren als Soldat im Ersten Weltkrieg fiel. Engelke wuchs in einer Arbeiterfamilie auf, lernte das Malerhandwerk und besuchte abends die Hannoversche Kunstgewerbeschule, wo er zwei Preise gewann; das Kestner-Museum erwarb 1914 rund 80 seiner Aquarelle und Zeichnungen. Sein Hauptthema waren Großstadt und Technik — eine eigenständige lyrische Stimme zwischen Expressionismus und Arbeiterdichtung. Richard Dehmel (siehe Dehmelstr.), den er 1913 traf, half ihm zu ersten Veröffentlichungen. Im Februar 1915 wurde Engelke zum Wehrdienst eingezogen; nach mehreren Verwundungen wurde er am 11. Oktober 1918 erneut schwer verwundet, in britische Kriegsgefangenschaft gebracht und starb am 13. Oktober 1918 in einem britischen Lazarett bei Cambrai — drei Wochen vor dem Waffenstillstand. Im Bocklemünder Cluster ist Engelke der einzige Vertreter der Arbeiterdichtung.
Quellen: