Erzbergerplatz
Der Platz wurde 1923 nach dem Politiker Matthias Erzberger (1875–1921) benannt. Erzberger war seit 1903 Reichstagsabgeordneter der Zentrumspartei und unterzeichnete am 11. November 1918 in Compiègne den Waffenstillstand zur Beendigung des Ersten Weltkriegs. Als Reichsfinanzminister setzte er in der Weimarer Republik eine grundlegende Steuer- und Finanzreform um. Am 26. August 1921 wurde er bei einem Spaziergang im Schwarzwald von rechtsextremen Attentätern erschossen.
Bemerkenswert die wechselhafte Geschichte des Platznamens: Ursprünglich seit 1903 Königin-Luise-Platz, wurde er 1923 in Erzbergerplatz umbenannt; sechs Wochen nach der NS-Machtergreifung 1933 wieder zurückbenannt, weil Erzberger den Nationalsozialisten als „Verräter" galt. Nach dem Krieg entschied der Stadtrat, den Platz Erzberger zu widmen — als bewusstes Zeichen gegen die Verehrung von Monarchen.
Quellen: