Galileistr.
Benannt nach Galileo Galilei (1564–1642), italienischem Universalgelehrten und einem der Gründerväter der modernen Naturwissenschaft. Galilei wurde in Pisa geboren, lehrte Mathematik in Padua und wurde 1610 Hofmathematiker und -philosoph der Medici in Florenz. Seine Leistungen waren epochal: er entdeckte die Fallgesetze (Beschleunigung im freien Fall ist unabhängig von der Masse), formulierte erste Ansätze zum Trägheitsprinzip, baute 1609 das erste astronomisch genutzte Fernrohr und entdeckte damit die vier hellsten Jupitermonde (heute galileische Monde: Io, Europa, Ganymed, Kallisto), die Phasen der Venus, Sonnenflecken und die Berge auf dem Mond. Diese Beobachtungen lieferten die ersten beobachtenden Bestätigungen für das heliozentrische Weltbild des Kopernikus (siehe Kopernikusstr.). Sein 1632 erschienenes Dialogo sopra i dü massimi sistemi del mondo brachte ihm 1633 ein Inquisitionsverfahren in Rom und das Urteil zu lebenslangem Hausarrest ein, während dessen ihm das Werk Discorsi e dimostrazioni matematiche (1638) gelang — der Grundstein der klassischen Mechanik. Erst 1992 nahm Papst Johannes Paul II. das Urteil offiziell zurück.
Quellen: