Fraunhoferstr.
Benannt nach Joseph von Fraunhofer (1787–1826), deutschem Physiker, Optiker und Glastechniker. Fraunhofer wurde in Straubing als elftes Kind eines Glasermeisters geboren, verlor mit zwölf Jahren beide Eltern und wurde Lehrling in einer Münchner Glasschleiferei. 1801 stürzte das Werkstattgebäude über ihm ein — Kurfürst Maximilian Joseph leitete persönlich die Bergung und förderte fortan den jungen Glaskünstler. Im säkularisierten Benediktinerkloster Benediktbeuern entwickelte Fraunhofer ab 1809 das Verfahren zur Herstellung großer, blasenfreier Linsen für Fernrohre; seine Münchener Werkstatt löste binnen weniger Jahre England als Zentrum der optischen Industrie ab. 1814 entdeckte er bei der Untersuchung des Sonnenlichts mit seinen Spektroskopen die Fraunhoferschen Linien — dunkle Absorptionslinien im kontinuierlichen Sonnenspektrum, die ein halbes Jahrhundert später (durch Bunsen und Kirchhoff in Heidelberg, siehe Bunsenstr./Kirchhoffstr.) zur Grundlage der chemischen Spektralanalyse wurden. Fraunhofer entwickelte zudem Beugungsgitter und das Spektroskop. Wie viele Glashandwerker seiner Zeit erlag er mit nur 39 Jahren einer Schwermetallvergiftung. Die heutige Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung ist nach ihm benannt.
Quellen: