Fabriciusstr.
Benannt nach David Fabricius (1564–1617), ostfriesischem Pastor, Astronomen und Kartographen. Fabricius wurde in Esens geboren, studierte in Helmstedt und wirkte als evangelischer Pfarrer in Resterhafe und Osteel — der typische Fall eines protestantischen Geistlichen seiner Zeit, der die Naturwissenschaften neben dem Predigtamt als Berufung pflegte. Seine herausragende astronomische Entdeckung gelang ihm am 3. August 1596: im Sternbild Walfisch (Cetus) bemerkte er einen ungewöhnlichen Stern, dessen Helligkeit zyklisch schwankte — er nannte ihn „res mira" („wunderbares Ding"). Damit war der erste veränderliche Stern der Astronomiegeschichte entdeckt; Johannes Kepler griff den Namen später auf und etablierte die Bezeichnung Mira Ceti. Fabricius korrespondierte mit Kepler und Tycho Brahe und beobachtete Sonnenflecken — gemeinsam mit seinem Sohn Johannes, der diese 1611 erstmals durch ein Fernrohr sah. Ein 79 Kilometer großer Mondkrater trägt seinen Namen. Fabricius wurde 1617 in Osteel von einem aufgebrachten Gemeindemitglied erschlagen.
Quellen: