Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Hans-Abraham-Ochs-Weg

Länge
42 m
Hausnummern
50678: ungerade 1–1
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Stadtteil
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Benannt nach Hans Wilhelm Abraham Ochs (* 10. Juni 1928 in Köln; † 30. September 1936 in Köln), einem achtjährigen jüdischen Jungen, der von einer Gruppe Hitlerjungen im Kölner Römerpark (Bayenthal/Marienburg) erschlagen wurde. Sein Vater war Jude; deshalb griffen die Hitlerjungen das Kind an und prügelten es so schwer, dass es an den Verletzungen starb. Die Mutter erstattete aus Angst vor Repressalien keine Anzeige; das Verbrechen blieb dadurch unbestraft und nahezu vergessen. Erst Jahrzehnte später machte die Kölner Journalistin Kirsten Serup-Bilfeldt die Geschichte durch eine Grabinschrift auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd („Hans Abraham Ochs. Gestorben durch verirrte Jugend") öffentlich bekannt. Der Hans-Abraham-Ochs-Weg ist eine kurze, stille Adresse — und ein Mahnmal für die alltägliche Brutalität des NS-Antisemitismus schon vor der Reichspogromnacht 1938. Im NS-Erinnerungs-Cluster der Neustadt-Süd liegt der Weg unweit der Synagoge an der Roonstr., die in der Pogromnacht zerstört und 1959 wieder aufgebaut wurde.

Quellen: