Hardefuststr.
Benannt nach der mittelalterlichen Kölner Patrizierfamilie Hardefust (auch Hardevust), einem der 15 legendären Geschlechter des Kölner Patriziats. Der Name „Hardefust" bedeutet wörtlich „harte Faust" — und verweist möglicherweise auf die Methoden, mit denen die Familie ihren städtischen Grundbesitz erworben hat; ihr Wappen zeigt zwei gekreuzte gepanzerte Arme mit geballten Fäusten. Erstmals taucht ein Mitglied der Familie um 1150 in den Quellen der Rheinvorstadt auf; seit 1230 sind Hardefuste regelmäßig im Schöffenkollegium und in der Richerzeche (der zentralen patrizischen Stadtregierungs-Vereinigung) belegt. Die Familie spielte als Großkaufleute und Geldverleiher eine wichtige Rolle (1339 lieh ein Eberhard Hardefust König Edward III. von England 5000 kleine Florentiner Goldgulden) und stiftete viele Beginen-Konvente. Mit dem Ende der patrischen Herrschaft im Verbundbrief 1396 verlor die Familie ihre Bedeutung. Im Patrizier-Cluster der Neustadt-Süd steht Hardefust neben Kleingedank und Overstolz (siehe Kleingedankstr., Overstolzenstr.).
Quellen:
Stolpersteine in dieser Straße
Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die kleinen Messingsteine wurden vom Künstler Gunter Demnig vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort verlegt.