Hirtsieferstr.
Benannt nach Heinrich Hirtsiefer (1876–1941), christlich-sozialem Politiker des Zentrums und preußischem Wohlfahrtsminister 1921–1932. Hirtsiefer wurde in Essen als Sohn einer katholischen Arbeiterfamilie geboren, war ausgebildeter Schlosser bei Krupp und stieg über den christlichen Metallarbeiterverband ins Zentrum auf. Als preußischer Minister für Volkswohlfahrt verantwortete er den Aufbau des Sozial- und Wohnungswesens in dem damals größten deutschen Land — eine Schlüsselposition für die soziale Stabilisierung der Weimarer Republik. Nach dem Rücktritt Otto Brauns übernahm er am 7. Juni 1932 vorübergehend die Geschäfte des preußischen Ministerpräsidenten. Am 11. September 1933 wurde Hirtsiefer von SA und SS in Essen verhaftet, ihm hängte man ein Schild mit der Aufschrift „Ich bin der Hungerleider Hirtsiefer" um und führte ihn zum Spott der Öffentlichkeit durch die Stadt. Er starb 1941 an den Folgen seiner KZ-Haft. Die Hirtsieferstr. ehrt einen aufrechten katholischen Sozialpolitiker und NS-Märtyrer.
Quellen: