Hermann-Stehr-Str.
Benannt nach Hermann Stehr (1864–1940), schlesischem Erzähler und einem der bedeutendsten religiös-mystischen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts. Stehr wurde in Habelschwerdt im schlesischen Glatzer Land geboren und war zeitlebens Volksschullehrer in den entlegenen Schlesischen Bergdörfern — kirchenkritische Veröffentlichungen führten zu Strafversetzungen ans äußerste Ende der Provinz. Erst sein Bestseller Der Heiligenhof (1918) machte ihn finanziell unabhängig und zum gefeierten Dichter. Sein Werk verbindet naturalistisches Elend mit mystischer Innerlichkeit; er war viermal Nominierter für den Nobelpreis für Literatur (1933–1936). Stehr gehörte 1926 zu den Gründungsmitgliedern der Preußischen Akademie der Künste; 1932 erhielt er die Goethe-Medaille, 1933 den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt. Er starb 1940 in Oberschreiberhau. Im Holweider Dichter-Quartier steht Stehr — gemeinsam mit Hauptmann und Meckauer — für das schlesische Element und ist damit ein indirekter Bezug zum benachbarten Schlesien-Quartier in Buchheim.
Quellen: