Kurfürstenstr.
Benannt nach den Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs — den sieben (später zehn) reichsunmittelbaren Fürsten, die seit der Goldenen Bulle Karls IV. (1356) das Recht hatten, den deutschen König zu wählen. Die Kurfürsten waren: drei geistliche (Mainz, Köln, Trier) und vier weltliche (Pfalzgraf bei Rhein, Sachsen, Brandenburg, Böhmen). Köln selbst — genauer der Erzbischof von Köln als Landesherr von Kurköln — gehörte damit zu den drei wichtigsten geistlichen Reichsfürsten. Wichtig: Die Kurfürsten regierten nicht über die Stadt Köln, die sich seit 1288 (siehe Schlacht von Worringen) faktisch selbständig gemacht hatte und 1475 zur freien Reichsstadt erhoben wurde — der Erzbischof als Kurfürst residierte in Bonn. Die Kurfürstenstr. erinnert an diese komplexe Konstellation. 1801 endete Kurköln durch die französische Annexion des linken Rheinufers; 1803 wurden die geistlichen Kurfürstentümer im Reichsdeputationshauptschluss aufgehoben.
Quellen:
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