Martin-Luther-Str. (Porz)
Benannt nach Martin Luther (1483–1546), Augustinermönch, Theologen und Begründer der protestantischen Reformation. Mit dem Anschlag seiner 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517 (heute Reformationstag) löste Luther einen unaufhaltsamen Prozess aus, der die christliche Kirche Europas spaltete und das frühe moderne Europa prägte. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche (Neues Testament 1522, Vollbibel 1534) – eine kulturelle Tat, die der hochdeutschen Schriftsprache fundamentale Impulse gab. Sein Werk ist hoch ambivalent: einerseits die Reformbewegung gegen den Ablasshandel und die Befreiung der Gläubigen vom Klerus-Privileg, andererseits seine späte Schmähschriften „Von den Juden und ihren Lügen" (1543), die im Antisemitismus des 20. Jahrhunderts unselig wirksam waren. Die Martin-Luther-Straße ist im katholisch geprägten Rheinland ein bewusstes ökumenisches Zeichen.
Quellen: