Richmodstr.
Benannt nach Richmodis von Aducht, Heldin einer der bekanntesten Kölner Sagen. Die Geschichte spielt während der Pestepidemie 1349 — etwa 20.000 Menschen, die Hälfte der Kölner Bevölkerung, starben damals. Richmodis, Frau des Patriziers Mengis von Aducht, wurde scheintot beerdigt. Ein Totengräber öffnete nachts ihr Grab, um ihren wertvollen Ring zu stehlen — als der Sarg sich öffnete, rührte sich die Tote, und der Mann floh entsetzt. Richmodis wickelte sich aus dem Leichentuch und ging zu ihrem Haus zurück. Der Diener weckte den Herrn, der spottete: „Eher kommen meine Schimmel den Boden hochgelaufen!" — woraufhin Hufgetrappel zu hören war und seine sechs weißen Pferde tatsächlich auf dem Dachboden standen. Der achteckige „Richmodisturm" am Neumarkt steht bis heute, und zwei steinerne Pferdeköpfe schauen dort weiterhin aus den Fenstern.
Quellen: