Tillystr.
Benannt nach Johann T'Sercläs von Tilly (1559–1632), spanisch-niederländischem Feldherrn und Oberbefehlshaber der Katholischen Liga und ab 1630 auch der kaiserlichen Armee im Dreißigjährigen Krieg — Wallensteins Vorgänger und Konkurrent. Tilly stammte aus dem brabantischen Kleinadel und stieg über die spanische Armee in den Dienst Bayerns auf, wo er ab 1610 das Heer der Liga reorganisierte. Zwischen 1620 und 1631 errang er eine beeindruckende Serie von Siegen gegen die protestantischen Heere — Weißer Berg, Wimpfen, Höchst, Stadtlohn — und galt als der erfolgreichste katholische Feldherr seiner Zeit. Die Eroberung und Zerstörung Magdeburgs am 20. Mai 1631 — bei der etwa 20.000 der 25.000 Einwohner umkamen — wurde im protestantischen Europa zum Inbegriff von Tillys Grausamkeit und prägte den Begriff der „Magdeburgisierung". 1631 unterlag er bei Breitenfeld dem Schwedenkönig Gustav Adolf, am 15. April 1632 wurde er bei Rain am Lech tödlich verwundet und starb wenige Tage später. Die Tillystr. gehört zum Holweider Dreißigjährigen-Krieg-Cluster.
Quellen: