Veledastr.
Benannt nach Veleda, einer germanischen Seherin und Priesterin des Stammes der Brukterer (Westfalen, Lippe-Region), die laut Tacitus während des Bataveraufstands 69/70 n. Chr. unter Iulius Civilis als prophetische Autorität verehrt wurde. Veleda lebte in einem hohen Turm an der Lippe in Westfalen und gab Auskunft über bevorstehende Ereignisse durch einen vermittelnden Verwandten, nicht im direkten Kontakt mit den Anfragenden — diese geheimnisvolle Distanz machte ihre Prophezeiungen umso wirkmächtiger. Sie sagte den anfänglichen Erfolg der Bataverrebellion korrekt voraus; nach Niederschlagung des Aufstands wurde sie 77 n. Chr. von den Römern entweder gefangen genommen oder erhielt Asyl — was genau geschah, ist unklar. Tacitus' „Germania" (98 n. Chr.) erwähnt sie bereits als verstorbene historische Figur. Im germanisch-vorrömischen Cluster der Neustadt-Süd (Eburonen-, Veleda-, Ubier-, Burgunder-, Siegfriedstr.) ist Veleda die einzige nach einer historisch belegten Frau benannte Adresse aus der germanischen Frühzeit.
Quellen: