Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
1 Denkmal

Waidmarkt

Länge
168 m
Hausnummern
50676: ungerade 1–11a, gerade 2–24
Fotografien
2 Bilder
Stadtteil
Waidmarkt

Trägt einen mittelalterlichen Marktnamen — der Waidmarkt war der zentrale Handelsplatz für Waid (lat. Isatis tinctoria, Färberwaid). Die Pflanze war im Mittelalter der wichtigste Lieferant für blauen Farbstoff in Europa und damit ein extrem wertvolles Wirtschaftsgut — bevor das aus Indien kommende Indigo ab dem 17. Jahrhundert den Markt eroberte und den Waid verdrängte. Waid wurde im Thüringer Becken um Erfurt angebaut und über die Via Regia nach Köln transportiert. Am Waidmarkt und im benachbarten Blaubach hatten sich seit dem 12. Jahrhundert die Färber niedergelassen, die mit Waid und dem Wasser des Duffesbachs blau-grüne Stoffe produzierten — ein aufwändiger, wochenlanger Oxidationsprozess. Nach 1300 organisierten sich die Waidhändler in der St.-Jakobs-Bruderschaft. Der Waidmarkt liegt heute in einem ruhigen Innenstadt-Bereich nahe Severinstor.

Quellen:

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