Wallensteinstr.
Benannt nach Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583–1634), böhmischem Adligen und Generalissimus der kaiserlichen Armee im Dreißigjährigen Krieg — einer der schillerndsten und tragischsten Figuren der frühneuzeitlichen Geschichte. Wallenstein, Herzog von Friedland und Mecklenburg, baute durch finanzielle Spekulation und ein eigenes Heereswesen ein riesiges Vermögen auf — auf dem Höhepunkt führte er 50.000 Mann unter eigener Verantwortung. Seine Strategie der Selbstfinanzierung des Krieges („Krieg ernährt Krieg") und seine zunehmende politische Eigenständigkeit ließen Kaiser Ferdinand II. misstrauisch werden; nach geheimen Friedensverhandlungen mit den Schweden wurde Wallenstein als Verräter geächtet und am 25. Februar 1634 in Eger (heute Cheb) von kaisertreuen Offizieren ermordet. Friedrich Schillers Drama-Trilogie Wallenstein (1798/99) — eine der größten Dichtungen deutscher Sprache — verewigte ihn literarisch. Die Wallensteinstr. ist Mittelpunkt des Holweider Dreißigjährigen-Krieg-Clusters mit Tilly, Seni, Isolani und der nahen Piccoloministr. (in Buchheim).
Quellen: