Walter-Meckauer-Str.
Benannt nach Walter Meckauer (1889–1966), deutsch-jüdischem Schriftsteller aus Breslau. Meckauer arbeitete in den 1910er-Jahren als Bibliothekar und Theaterkritiker für die Breslauer Neuesten Nachrichten, ab 1924 als Vizepräsident der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in München. Sein 1928 erschienener China-Roman Die Bücher des Kaisers Wutai brachte ihm den vom preußischen Kultusministerium vergebenen Jugendpreis Deutscher Erzähler ein. Als Jude verfolgt, emigrierte Meckauer 1933 über die Schweiz nach Italien (1939 weiter nach Frankreich, 1942 zurück in die Schweiz, 1947 in die USA). Sein autobiographischer Roman Gassen in fremden Städten (1959) dokumentiert die Exiljahre. 1955 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für seine Verdienste um die deutsche Literatur. Meckauer starb 1966 in München; 1979 gründete seine Tochter in Köln den Walter-Meckauer-Kreis — daher die direkte Kölner Beziehung. Die Walter-Meckauer-Str. ehrt einen jüdischen Schriftsteller, der trotz Verfolgung der deutschen Sprachkultur treu blieb — und dessen Erbe in Köln gepflegt wird.
Quellen: