Wallstr.
Die Bürger Mülheims unternahmen mehrere Versuche ihre Stadt mit einer Befestigungsanlagen zu umgeben. Dies wurde von den Kölner Nachbarn immer mit Missfallen bedacht und oft auch mit gewaltsamen Mitteln verhindert. Die Linie des letzten Walls, den die Mülheimer zu errichten versuchten, verlief westlich von der heutigen Wallstraße.
Diese verläuft von der Bachstraße bis zur Dünnwalder Straße. An ihrer Seite liegt die evangelische Friedenskirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg erst 1960 wieder vollständig aufgebaut war.
Die Wallstraße erinnert an die mittelalterliche Stadtbefestigung Mülheims: nach Erhalt der Freiheitsrechte 1322 durch Graf Adolf VI. von Berg umgab sich die junge Bergische Stadt mit einer Mauer und einem davor liegenden Wall, deren Verlauf die heutige Wallstraße noch nachzeichnet. Die Straße ist auch industriegeschichtlich bedeutsam: 1773 errichtete Christoph Andreae (1735–1804) auf dem Gelände ehemaliger Weinberge der evangelischen Gemeinde an der Wallstraße seine berühmte Samt- und Seidenfabrik, die zu den größten Manufakturen des Rheinlands vor der Industriellen Revolution zählte und bis zu 1.500 Heimwerker im Verlagssystem beschäftigte. Andreae war der Patriarch jener bergischen Unternehmer-Dynastie, die die wirtschaftliche Blüte Mülheims im 18. und 19. Jahrhundert prägte (siehe Andreaestr.).
Frühere Bezeichnung: Wallgasse
5 Fotografien
Interessantes in der Straße
Verbundene Baudenkmäler
Nr. 30-34: Fabrikgebäude
Nr. 56: Wohnhaus
Nr. 58: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 70: Friedenskirche
Nr. 80-82: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 108: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 110: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 137: Wohn- u. Geschäftshaus
Nr. 151a: Wohn- u. Geschäftshaus
Stolpersteine in dieser Straße
Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die kleinen Messingsteine wurden vom Künstler Gunter Demnig vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort verlegt.