Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026

Wilhelm-Griesinger-Str.

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51109: gerade 6–6
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Benannt nach Wilhelm Griesinger (29. Juli 1817 in Stuttgart – 26. Oktober 1868 in Berlin), Begründer der modernen wissenschaftlichen Psychiatrie in Deutschland. Griesinger studierte in Tübingen, Zürich (bei Johann Lukas Schönlein) und Paris (bei François Magendie); 1839 wurde er praktizierender Arzt in Friedrichshafen am Bodensee, 1840 Sekundararzt an der Irrenanstalt Winnenthal (Württemberg), 1843 Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik Tübingen. 1845 veröffentlichte er sein epochemachendes Lehrbuch „Die Pathologie und Therapie der psychischen Krankheiten" — er versuchte als Erster, die Psychiatrie aus medizinischer Pathologie und Physiologie heraus zu begründen, statt wie bis dahin üblich aus naturphilosophisch-romantischer Spekulation: sein berühmtes Diktum lautet „Geisteskrankheiten sind Gehirnkrankheiten". 1849 wurde er Ordinarius und Direktor der Universitätsklinik Kiel, 1850 — kuriose Episode — Leibarzt des ägyptischen Vizekönigs Abbas Pascha und Direktor der medizinischen Schule in Kairo. 1865 übernahm er als Nachfolger von Moritz Heinrich Romberg die Charité-Universitätspoliklinik in Berlin, gründete das „Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten" und initiierte umfassende Reformen der Anstaltspsychiatrie. Die Straße wurde am 28. September 2001 nach ihm benannt — passend, da sie auf dem Gelände des Klinikums Köln-Merheim liegt, dessen psychiatrische Abteilung heute eine der wichtigsten Kliniken der Region ist.

Quellen: