Produktionsstätten, Lager- u. Bürogebäude
Fertigungs- und Lagergebäude der Firma Stemmler; erbaut 1957 - 61 (Architekt: Viktor Giorlani); Erweiterung 1968 (Architekt: Heinz Feill); 4 Geschosse, Staffelgeschoß, Flachdach; Horizontalgliederung des 1. - 3. OG durch bandartig angelegte Fenster - und Brüstungsfelder, Sturz des Staffelgeschosses und Dachgesims (alle mit verschiedenfarbigem Werkstein kontrastierend voneinander abgesetzt); Staffelgeschoß über die gesamte Gebäudebreite durch ein Stützenraster gegliedert (Brüstungsfelder sind in das Rahmensystem integriert); Fenster original;
das EG wurde ursprünglich als Tankstelle (mit zwei Fahr- und einem Tanksäulenstreifen) und Fahrschule genutzt, weshalb der gesamte Baukörper um ca. 11,50 m hinter die Bauflucht der Nachbarbebauung zurücktritt; der Tankstellenbereich ist an den sich nach oben verjüngenden, mit dunklem Werkstein verkleideten Flankenmauern ablesbar; 1968 wurde der EG-Bereich umnutzungsbedingt entlang der Aachener Straße geschlossen; EG-Fassade wurde entsprechend der Obergeschoßgestaltung mit verschiedenfarbigem Werkstein verkleidet (diagonal verlegte Wandplatten aus Travertin; originaler Firmenschriftzug: Stemmler-Köln-Mailand-Paris-New York); links der Personeneingang (mit originaler Tür), rechts daneben breites Metalltor mit Rastergliederung (ebenfalls original);
Rückfront gliedert sich in einen Erschließungstrakt (rechter Hand im Bereich der Tordurchfahrt), den OG-Bereich (linker Hand leicht zurückgestuft) und das EG (durch in der Höhe verspringende Anbauten charakterisiert); der vorgestufte Erschließungstrakt (Treppenhaus, Aufzug, Vorräume) überragt das Gebäude um ein Geschoß (Dachzugang, Aufzugsanlage) und ist oberhalb der Tordurchfahrt durch dreiflüglige Fenster und rechts durch eine Glasbausteinwand gestaltet; Rückfront hellblau verfliest und durch schwarze horizontale Fliesenbänder in Stockwerkshöhe horizontal gegliedert; an den eingeschossigen Anbauten ist die ursprüngliche Funktion als Fahrschule (links), doppelter Waschhalle (Mitte) und Büro- und Sanitärraum der Tankstelle (rechts) noch ablesbar; Fenster original; Türen der Waschhallen durch Glasbausteine ersetzt; Kellerabgang mit Metallgeländer original;
an der Rückfront schließt sich rechter Hand im Bereich der Tordurchfahrt eine überdachte Rampe an, links über eine kurze Treppe zugänglich und rechts über eine zweiläufige Treppe mit dem Lagerkeller verbunden; Flachdach der Rampe an der Stirnseite durch regelmäßig angeordnete Stützen abgefangen; Wandfliesen wie an der Rückfront.
Innen original: innerhalb des 1968 errichteten Vorbaus ist die Tankstellensituation mit Ausnahme des Tanksäulenstreifens erhalten geblieben; linker Hand führt die Tordurchfahrt in den Hinterhof; links daneben Zugang zum Treppenhaus und Aufzug; an der linken Seitenwand originale Vitrine als Auslage der Tankstelle; die Tankstelle, rechter Hand neben der Durchfahrt, besteht aus einer verglasten Loge, (Verkaufsraum mit rückwärtigem Büro) mit zwei vorgestellten Säulen (mit Messingblech-Lamellen verkleidet); rechts daneben die beiden ursprünglich als Waschhallen genutzten Räume (jetzt sind dort Abfüllanlagen untergebracht); originale Klapptore (2 x 6 Flügel); Innenraum im ehemaligen Tankstellenbereich travertinverkleidet; gesamter Gebäudekomplex und weiträumiger Hof unterkellert; Lagerkeller (unterhalb des Hofes) durch weite Stahlbetonstützenstellung und kräftige Unterzüge charakterisiert; im Gebäudekeller Kühlhaus der Firma Stemmler, Sanitär- und Heizungsanlage, weitere Kellerräume; Boden- und Wandfliesen original; Treppenaufgang zu den Obergeschossen blau und gelb gefliest; Treppe mit Terrazzobelag; Metallgeländer und Mipolam-Handlauf original; 1./2. OG einheitlich durch Stützenstellung (Stahlbeton) gegliedert; originale Fliesenbeläge; 3. OG (Produktion) mit vollständiger Wandverfliesung; Öffnung im rückwärtigen Bereich zum 4. OG (schwingt als verglaste Empore zur Tür hin halbrund aus); 4. OG: vor der straßenseitigen Fensterfront originales innenliegendes Metallgeländer.
Das 1957 - 61 von dem Architekten Viktor Giorlani errichtete Gebäude schließt die Neubebauung der Nachkriegszeit entlang der Aachener Straße (zuvor durch flache, abseits der Straße gelegene Bauten geprägt) ab, so daß fast der gesamte Straßenzug der Aachener Straße zwischen dem Gürtel und dem Maarweg auf der Nordseite durch Nachkriegsbauten geprägt ist. Bemerkenswert ist, daß das o. g. Objekt ursprünglich als "Mehrfamilienhaus mit Kanzleien und Tankstelle" (Baubeschreibung von 1956) geplant war. Die Straßenfront mit dem für die 50er Jahre typischen Staffelgeschoß (entlang der Aachener Straße ein typisches Merkmal der Bebauung) war bei diesem Entwurf bezüglich der Fassadengliederung nahezu identisch mit dem tatsächlich errichteten Gebäude. Die Rückfront jedoch unterschied sich grundlegend von dem heutigen Zustand.
Der Wohnnutzung gemäß war die Rückfront nämlich einheitlich durch Laubengänge - auch dies typisch für die Architektur der 50er Jahre - erschlossen. Als erster Bauabschnitt wurde ab 1957 dann das EG mit der Tankstelle gemäß der ersten Planung errichtet. Als zweiter Bauabschnitt folgte dann ab 1960 die Errichtung der Obergeschosse, die jedoch nicht mehr, wie in der Planung von 1956 als Büro- und Wohnraum, sondern als Geschäftsräume der Firma Stemmler (Verwaltung, Produktion und Lager) genutzt wurden. Die veränderte Nutzung führte zu geringfügigen konstruktiven Veränderungen im Inneren des Gebäudes.
Von der Aachener Straße aus stellt sich das o. g. Objekt als ein horizontal in drei Teile gegliederter, breit gelagerter Gebäudetrakt dar. Das ehemals offene EG wirkt aufgrund der neuerrichteten Fassade wie eine Art massiver Sockel über dem sich die Obergeschosse aufgrund der großflächigen Fensterflächen und der hellen Werksteinverkleidung im Brüstungsbereich als optisch wesentlich leichterer Bauteil ausnehmen. Unterstützt wird dieser Eindruck durch das zurückgestufte 4. OG., das über die gesamte Straßenfront eine durchfensterte Fläche bildet, die durch den werksteinverkleideten Sturz eine notwendige optische Rahmung erhält. Als typisches Beispiel für die Architektur der 50er Jahre ist das o. g. Objekt integraler Bestandteil des Straßenbildes (kubische, klar gegliederte, zum Teil gerasterte Bauten mit Flachdächern), das in diesem Bereich der Aachener Straße durch eine Mischnutzung von Gewerbe und Wohnen geprägt ist. An der Baugeschichte des o. g. Objektes lassen sich beide Nutzungsarten unter veränderten Bedingungen ablesen, weshalb das Gebäude einen dokumentarischen, unbedingt zu erhaltenden Wert für die Entwicklung Braunfelds zu einem Stadtteil Kölns mit eigener Prägung hat.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_7530- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Produktionsstätten, Lager- u. Bürogebäude
- Adresse
- Aachener Straße 338 , 50933 Köln
- Stadtteil
- Braunsfeld
- Baujahr
- 1957 bis 1961
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 31.07.1995
- Koordinaten
50.93743° N, 6.90384° E