Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_6373 Aachener Straße 326-328 · Braunsfeld

Wohn- u. Geschäftshaus

Typ
Gebäude
Baujahr
1959
Denkmal seit
1992
Stadtteil
Braunsfeld
Fotografien
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Erbaut 1959 von Architekt Oswald Starck, 4 Geschosse und 1 Staffelgeschoß; Straßenfassade ursprünglich mit weißen Mosaiksteinen verfliest, heute verputzt; Brüstungsfelder, Traufe und Eingangsbereich in Werkstein (alter Quarzit); Loggien, Dachterrassen im OG; Erdgeschoß mit Ladenlokal aufgeständert und beidseitig verglast, Hofeinfahrt mit orig. Wandfliesen, kleines Ladenlokal (links) verändert; Fenster unter Beibehaltung der orig. Gliederung verändert; Türen der Ladenlokale und Wohnhäuser erneuert. Rückfront: 5 Geschosse, nahezu axialsymmetrischer Aufbau, Mittelbereich mit flachem Erker über 4 Geschosse, 2 Treppenhausachsen mit Glasbausteinen und Aufbauten, Außenachsen mit Loggien, verflieste Fassade nachträglich überstrichen; Garage im UG. Im Innern der Wohnhäuser original erhalten: Natursteinböden (Muschelkalk) im Eingangsbereich, Kunststeintreppen mit Metallgeländer und Mipolamhandlauf, je ein Aufzug. Nicht Bestandteil des Denkmals sind die 3flügelig anschließenden Bauten (erbaut um 1949/50).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Auswahl von Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität und Originalität. Die Stilströmungen waren wie nie zuvor in diesem Jahrhundert von einer großen Mannigfaltigkeit. Im Gegensatz zu der anderen Stilströmung jener Zeit, der organisch-geschwungenen Architektur, ist o. g. Objekt ein Beispiel für die Neuorientierung der Architektur an den fortschrittlichen Bauten Amerikas; der Einfluß der stark verglasten Bauten von Mies van der Rohe, Skidmore Owings + Merrill u. a. war besonders auf dem Gebiet des Geschäftshausbaues bestimmend. So wird das Erdgeschoß hier zu beiden Seiten mit einer Stahl-Glas-Konstruktion geöffnet und die Stützen des StahlSkeletts zur Gliederung des Ausstellungsraumes genutzt. Unterstützt diese Art der Gestaltung einerseits den Eindruck von Leichtigkeit und Eleganz, so erfolgt sie andererseits in unmittelbaren Zusammenhang mit der Funktion des Gebäudes als Autohaus. Typisch für die 50er Jahre ist aber auch die Verkleidung der Fassaden mit Fliesen (Rückfront) und an der repräsentativen Straßenfassade mit Werksteinplatten. Die ursprünglich angebrachten Mosaiksteine mögen den Eindruck noch verstärkt haben. Trotz dieser Veränderung stellt der Wohn-Geschäftshauskomplex auch heute noch ein wichtiges Beispiel für die fortschrittliche Architekturauffassung der späten 50er Jahre dar, wobei vor allem auch die Anbindung an die umgebende Bebauung überzeugend gelöst wurde. Zusammen mit den anschließenden Wohn- und Geschäftshäusern fügt sich hier ein Ensemble hochkarätiger Bauten der späten 50er Jahre (bzw. Anfang 60er Jahre), das die verschiedenen Stilausprägungen dieser Epoche in beispielhafter Weise ablesbar macht.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_6373
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohn- u. Geschäftshaus
Adresse
Aachener Straße 326-328 , 50933 Köln
Stadtteil
Braunsfeld
Baujahr
1959
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
22.01.1992
Koordinaten
50.93736° N, 6.90443° E