Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_7027 Aachener Straße 306 · Braunsfeld

Wohn- u. Geschäftshaus

Typ
Gebäude
Baujahr
1962
Denkmal seit
1994
Stadtteil
Braunsfeld
Fotografien
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Erbaut 1962, Architekten K. Löken und F. Sieker, 4 Geschosse und 1 Staffelgeschoß, 5 Achsen; Klinkerfassade (Backsteinverblendung, Gliederungen - u. a. Balkonbrüstungen, Traufe - mit Kleinmosaik) und Natursteinverkleidung (Quarzit) im EG; nahezu axialsymmetrischer Aufbau mit mittigem, aus der Flucht zurückspringendem Eingangsbereich (drei zweiflügelige Eingangstüren erneuert), in den OG`s bänderartig angeordnete Fenster im Wechsel mit Loggien/Balkonen, im Staffelgeschoß Terrasse in Hausbreite (Stabeisengeländer mit Plattenfüllung), im EG zwei Ladenlokale (Fenster erneuert) und Hofdurchfahrt; Fenster erneuert. Rückfront: Putzfassade (im EG glatt, in den OG`s rauh verputzt), Loggien (Balkonplatten als Brüstungen) in allen Geschossen, Hauseingang (2flügelige Eingangstür erneuert); originale Fenster. Im Inneren original erhalten: Kunststeintreppe mit Metallgeländer und Mipo- lamhandlauf.

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, erlangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem neuen städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. O. g. Objekt wurde 1962 nach Entwürfen der Architekten K. Löken und F. Sieken als Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Hierbei ist es bezüglich der Einordnung des Gebäudes in die Bauepoche der 50er Jahre unerheblich, daß dieses erst Anfang der 60er Jahre entstand. Die von den Kunsthistorikern als abgeschlossen bezeichnete Periode hat kein abruptes Ende um 1960, sondern zieht sich etwa bis in die Mitte der 60er Jahre hinein und überlappt sich in den letzten Jahren mit einem neu sich herausbildenden Stil. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der Straßenbebauung Aachener Straße im Teilabschnitt zwischen Maarweg und Melatengürtel. Mit den Bauten Nr. 306-328 hat sich hier ein geschlossenes Bautenensemble, errichtet Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre, erhalten. Gerahmt von den beiden hohen Eckgebäuden - dem Gebäude der DKV-Versicherung einerseits und dem Hochhaus von Möbel Buch andererseits - weist die Bebauung in diesem Teilbereich einheitlich 5 Geschosse - das oberste Geschoß ist meist als Staffelgeschoß angelegt - und Flachdach auf. Entsprechend der Handschrift des jeweiligen Architekten sind die Bauten gestalterisch in den verschiedenen Stilströmungen der Architektur der Nachkriegszeit ausgebildet. Die Straßenfront des o. g. Gebäudes wird vor allem durch die bänderartig angeordneten Fenster geprägt, die im Wechsel mit den Loggien eine starke Horizontalwirkung erzeugen. Die Verkleidung der Fassade mit unterschiedlichen Materialien - hier Quarzit im repräsentativen Ladenbereich sowie Klinker- und Mosaiksteine in den Obergeschossen - verleiht dem Gebäude gleichzeitig einen dekorativen Charakter. In seiner Baukörpergestalt als breit gelagerter horizontal betonter Bau mit zurückliegendem Obergeschoß fügten die Architekten bei der Bauplanung bewußt das Gebäude Aachener Str. 306 in die Abfolge der Bauten an der Aachener Straße ein. Die polychrome Fassadengestaltung mit verschiedenartigen Materialien entspricht, wie die gesamte Baukörpergestaltung, ganz dem Bauschaffen der 50er Jahre. Typisch für diesen Bau als Vertreter der Baugesinnung der 50er Jahre sind die auf schmalen Stützen des Erdgeschosses massiver erscheinenden Obergeschosse, deren Gewicht wiederum durch das Staffelgeschoß zurückgenommen wirkt, oder anders ausgedrückt: Trotz der aus repräsentativen Gründen gewählten Granitverblendung im Erdgeschoß besitzt dieses tragende Geschoß gemäß der Baugesinnung der 50er Jahre eine gewisse Transparenz, die Leichtigkeit vorgeben sollte. Diese Wirkung gelang den Architekten durch die großflächige Fenstergliederung und auch durch den zurückliegenden zentralen und somit relativ breiten Eingangsbereich. Dieser tiefgelegene Eingangsvorraum korrespondiert mit den die Mittelachse flankierenden Loggien in den darüber befindlichen drei Obergeschossen. Der Bau stellt insgesamt in seiner klaren und ausgewogenen Gliederung bei gleichzeitiger verschiedenartiger Gestaltung von Erd-, Ober- und Staffelgeschoß einschließlich der unterschiedlichen Verwendung von Blendmaterialien an der Fassade ein unverzichtbares Dokument der historischen Braunsfelder Stadtgeschichte dar. Als Dokument der inzwischen abgeschlossenen Bauepoche der 50er Jahre wird das o. g. Wohn- und Geschäftshaus im Zusammenhang mit dem die Stilausprägungen der Zeit in beispielhafter Weise ablesbar machenden Straßenensemble darüber hinaus zum unverzichtbaren Objekt.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_7027
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohn- u. Geschäftshaus
Adresse
Aachener Straße 306 , 50933 Köln
Stadtteil
Braunsfeld
Baujahr
1962
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
18.01.1994
Koordinaten
50.93750° N, 6.90574° E