Wohn- u. Geschäftshaus
Erbaut 1960 von dem Architekten Alfred Benkert, Stahlbetonskelettbau, 4 Geschosse und 1 Staffelgeschoß; Putzfassaden, straßenseitig mit Werksteinverkleidung im Erdgeschoß; Ladenlokal: Schaufenster und Eingangstür verändert, Hauseingang mit originaler Haustür; originale Fenster, in den Obergeschossen bänderartig angeordnet; Flachdach und Terrasse in Hausbreite; Rückfront mit Anbau (1 Geschoß und Sockelgeschoß; Fenster im Sockelgeschoß verändert, ursprünglich Glasbausteine), 4 Achsen, 5 Geschosse, Treppenhaus in 2 Geschossen mit Glasbausteinen, Balkone (orig. Brüstung) in allen Geschossen.
Im Innern original erhalten: Eingangsbereich mit Kunststeinboden, Trennwand mit Glasbausteinen, 2-flügelige Glastür; Terrazzotreppe mit Metallstäben und Mipolamhandlauf; orig. Wohnungs- und Zimmertüren; ein Aufzug.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. Im Gegensatz zu der anderen Strömung jener Zeit, der organisch-geschwungen Architektur, ist o. g. Objekt ein Beispiel für die elegante Architektur der späten 50er Jahre, die ohne auffällige Gestaltungsmittel auskommt und die Fassade lediglich durch das Verhältnis von Fenstern und Putzflächen gliedert. So wird die Straßenfront des o. g. Gebäudes vor allem durch die bänderartig angeordneten Fenster geprägt, die - im Wechsel mit den Putzbändern - eine starke Horizontalwirkung erzeugen. Vertikale Akzente werden dagegen sparsam durch die Stützen des Stahlbetonskeletts und die senkrechte Fensterteilung gesetzt. Gestaltungsmittel der fortschrittlichen Architektur der 20er Jahre, wie die bänderartige Gliederung, verbinden sich mit denen der 50er Jahre zu einem neuen Ganzen. Zusammen mit der umgebenden Bebauung fügt sich hier ein Ensemble funktionaler Architektur der späten 50er bzw. Anfang 60er Jahre, das die unterschiedlichen Stilausprägungen dieser Zeit in beispielhafter Weise ablesbar macht.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_6569- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohn- u. Geschäftshaus
- Adresse
- Aachener Straße 312 , 50933 Köln
- Stadtteil
- Braunsfeld
- Baujahr
- 1960
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 23.07.1992
- Koordinaten
50.93741° N, 6.90494° E