Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_8078 Alter Markt 34 / Brigittengäschen 13 · Altstadt/Nord

Wohn- u. Geschäftshaus

Typ
Gebäude
Baujahr
1964
Denkmal seit
1997
Stadtteil
Altstadt/Nord
Fotografien
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Erbaut 1964, Architekt: Rainer Wachsmuth, auf rechteckiger tiefer und schmaler Grundfläche.

Fassade: 5 Geschosse, zu Alter Markt geschiefertes Walmdach (sog. Kölner Dach) hinter Flabes, zu Brigittengäßchen Flachdach, Stahlbetonbau, Backsteinfassade in Formen der zeitgenössischen Moderne, im Erdgeschoß Ladenlokal mit Eingang in der Mitte und flankierenden großen Schaufenstern, Ladeneingang sowie Schaufenster erneuert (Kunststoff, Oberlichtbereich geschlossen), im 1. Obergeschoß annähernd quadratische Betongefache, scharriert (15 Einheiten) mit originaler Befensterung in Metall, Fenster mit geradem oberen Abschluß, je Geschoß Einheit von annähernd quadratischem Einscheibenfenster links und Querrechteckfenster rechts, alle straßenseitigen Fenster original (Metall).

Rückseite (Brigittengäßchen): Backstein, 1 Achse, rechts Eingangstür in Metall, Fenster mit geradem oberen Abschluß, je Geschoß Einheit von annähernd quadratischem Einscheibenfenster links und Querrechteckfenster rechts, alle rückwärtigen Fenster original (Metall).

Im Inneren: Treppenhaus: Kunststeintreppe, Stoß und Tritt der Stufen jeweils farblich abgesetzt, Geländer aus Stahlrohrprofilen, Handlauf in Mipolam, Erdgeschoß und Podeste mit Kunststeinplatten belegt, originale Wohnungseingangstüren in Holz, die rückwärtigen mit Oberlichten, Lichtschacht mit geschoßweise Glasbausteinen.

Im Ladenlokal Originalsubstanz weitgehend verändert, das Erd- und 1. Obergeschoß verbindende Wendeltreppe in Metall.

In den Wohnungen: PVC-Böden, originale Türen und Gewände in Holz, originale Wandfliesen in Küche und Bad, zu den eingeschlossenen Küchen Oberlichte mit Strukturglas, Einbauschränke in Holz, originale Fensterbänke mit roten Natursteinplatten belegt.

Tiefkeller.

Das Martinsviertel, auch als "Rheinviertel" bezeichnet, entwickelte sich seit dem 11./12. Jahrhundert zu einem bedeutenden mittelalterlichen Handelsviertel im Bereich um die romanische Kirche Groß St. Martin. Die unmittelbare Nähe der hier errichteten Gebäude zum ehemaligen Hafengelände prägte das Erscheinungsbild der hohen Kaufmanns- und Stapelhäuser auf schmalen Parzellen an engen Gassen und Marktflächen. Bis zu seiner Verlegung auf die Rheinauhalbinsel im Jahre 1898 wurde der gesamte Hafenbetrieb hier vor dem zentralen Altstadtbereich abgewickelt. Das altstädtische Gebiet mit den Bereichen um den Alter Markt und Heumarkt mit dem anliegenden Martinsviertel und dortigen Überresten des mittelalterlichen Handelsviertels wurde nach dem Krieg überwiegend nach einheitlichen Gesichtspunkten und unter Wahrung der wenigen erhaltenen Bausubstanz als historischer Altstadtbereich wiederaufgebaut bzw. neu erbaut. Während der Aufbauphase seit den 50er Jahren stellte sich im Martinsviertel die Aufgabe, die Stadtsilhouette durch Maßstäblichkeit, Anlehnung an überlieferte Baugruppen, Baumassen und Rhythmus zu bewahren.

Die Parzellenstruktur wurde weitgehend übernommen, ebenso konnten die Spitzdächer mit gleicher Traufhöhe ("Kölner Dach"), die von der Städtebaukonferenz für Neubauten gefordert wurden, realisiert werden. Den Alter Markt - das Zentrum des Martinsviertels charakterisieren spitze schiefergedeckte Sattel- oder Walmdächer im Gegensatz zur Betonung der Horizontalen durch gleichförmige Reihung der Fenster (fünfgeschossig bei z. T. unterschiedlicher Geschoßanordnung, eine bis vier Achsen), die durch mehrteilige Zusammenfassung als Bänder in den Obergeschossen die Putz- und Backsteinfassaden auflockern. Das traditionelle Prinzip der Verjüngung im obersten Geschoß wird z. T. durch das rechtekkig überlängte einzelne Fenster mit flankierenden geschlossenen Wandflächen realisiert. Die Dachsilhouette und die Fassadengestaltung sind prägend für die Gesamtansicht am Alter Markt, sie tragen zur Vereinheitlichung des historischen Platzes bei. Der Alter Markt erscheint nach der Wiederaufbauphase als einheitlich gestalteter, nach Süden hin offener Platz. Das an der Ostseite des Platzes gelegene Gebäude Alter Markt 34 zeigt eine zurückhaltend gestaltete, das Erscheinungsbild des historischen Platzes wahrende Schauseite (horizontaler Gliederungsrhythmus, schmucklose Backsteinfassade, ein hinter die flächige Fassadenwand ("Flabes") mit horizontalem Abschluß zurückverlegtes spitzes Walmdach). Die Platzbebauung weist in der Mehrzahl Gebäude mit gewerblicher Nutzung in den - dementsprechend weitgehend verglasten Erdgeschossen auf (z. B. die Nachbarhäuser und gegenüberliegenden Nrn. 35/37 und 39). Das Gebäude Nr. 34 zeigt ursprünglich eine Erdgeschoßgestaltung mit vorkragendem Schaufenstergehäuse rechts und Schauvitrine links. Der den Gebäuden vorgelagerte Bereich zeigt sich als Fußgängerpromenade an baumbestandenen Grünflächen. Städtebaulich bildet das Gebäude einen integralen Bestandteil der wiederhergestellten östlichen Seite des Alter Marktes und trägt auf diese Weise zur Veranschaulichung einer der ältesten Platzanlagen Kölns bei.

Das Gebäude Alter Markt 34, das sich bewußt an der Maßstäblichkeit und dem Erscheinungsbild der Vorkriegsbebauung (Altstadtsanierung der NS-Zeit) orientiert, ist aufgrund der Wahrung der historischen Maßstäblichkeit des Kölner Altstadtcharakters mit Verwendung von Versatzstücken der für die Kölner Baugeschichte charakteristischen Details und trotz der äußerst zurückhaltenden architektonischen Gestaltung, als Zeugnis für den Wiederaufbau des historischen Stadtbereiches unbedingt erhaltenswert.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_8078
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohn- u. Geschäftshaus
Adresse
Alter Markt 34 / Brigittengäschen 13 , 50667 Köln
Stadtteil
Altstadt/Nord
Baujahr
1964
Architekt
Rainer Wachsmuth
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
08.04.1997
Koordinaten
50.93840° N, 6.96050° E