Besselstr.
Benannt nach Friedrich Wilhelm Bessel (1784–1846), deutschem Astronomen, Mathematiker und Geodäten. Bessel wurde in Minden in Westfalen geboren, brach mit 14 Jahren die Schule ab und begann eine kaufmännische Lehre in Bremen — aus dem Interesse an der Schiffsnavigation entwickelte sich seine Leidenschaft für Astronomie. Über eine Bahnberechnung des Halleyschen Kometen wurde Heinrich Wilhelm Olbers auf ihn aufmerksam; 1810 ernannte ihn König Friedrich Wilhelm III. von Preußen ohne akademischen Abschluss zum Direktor der neu gegründeten Königsberger Sternwarte, die er bis zu seinem Tod leitete. Seine herausragende Leistung war 1838 die Bestimmung der ersten verlässlichen Sternparallaxe — er maß für den Stern 61 Cygni eine Entfernung von rund 10,3 Lichtjahren und lieferte damit den ersten direkten Beweis für die enormen Entfernungen außerhalb des Sonnensystems. Bessel katalogisierte über 50.000 Sterne und führte die in der Mathematik bis heute zentralen Bessel-Funktionen ein.
Quellen:
Stolpersteine in dieser Straße
Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die kleinen Messingsteine wurden vom Künstler Gunter Demnig vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort verlegt.