Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
1 Denkmal

Eisenmarkt

Länge
124 m
Hausnummern
50667: gerade 2–14
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Stadtteil
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Benannt nach einem mittelalterlichen Eisenwaren-Markt, der seit dem 13. Jahrhundert hier stattfand. Die Eisenhändler — eine wichtige städtische Zunft, die mit Werkzeugen, Beschlägen, Kesseln und Eisenwaren handelte — siedelten sich seit dieser Zeit hier an. Die heutigen Häuser am Eisenmarkt stammen jedoch nicht aus dem Mittelalter: Sie wurden 1935 als historisierende Replikbauten nach Vorbildern des 16./17. Jahrhunderts errichtet — Teil der NS-zeitlichen Altstadt-Umgestaltung. Trotzdem ist der Eisenmarkt mit seinen schmalen, hohen Giebelhäusern und engen Gassen heute eines der wenigen Stadtbild-Ensembles, die einen Eindruck vom mittelalterlichen Köln vermitteln.


Der Eisenmarkt liegt etwas versteckt innerhalb des Blocks Auf dem Rothenberg, Markmannsgasse, Heumarkt und Salzgasse. Er ist teilweise nur durch enge Durchgänge oder Torbögen zu erreichen. Auch wenn er in der Altstadt liegt, ist der Eisenmarkt kaum älter als 80 Jahre. Als in den 30er Jahren das Viertel im Schatten von Groß St. Martin saniert wurde, wurde der größte Teil der alten zum Teil noch mittelalterlichen Bausubstanz abgerissen und durch historisch anmutende Neubauten ersetzt. In den Planungen für die Umgestaltung Kölns nach nationalsozialistischen Vorstellungen mit breiten Aufmarschstraßen und klotzigen Gaupalästen war der Altstadt eine Art historisierende Inselfunktion zugedacht, in der das "deutsche Mittelalter", wenn auch in sanierter Form erhalten bzw. sichtbar gemacht werden sollte.

Man bemühte sich außerdem, allzu enge Hinterhöfe und andere verwinkelte, ungesund e Situationen verschwinden zu lassen. Bei dieser Sanierungsmaßname entstand ein Platz, dem man den Namen Eisenmarkt gab.

Bekannt ist der Eisenmarkt für das Puppenspieltheater, "et Kölsch Hännesje", das, wohl auch einzig, neben der Oper und dem Schauspiel ein Teil der Bühnen der Stadt Köln ist. Damit dürfte Köln die einzige Stadt sein, in der Puppenspieler im weitesten Sinne Teil des Personals der Verwaltung sind.

Auf dem Eisenmarkt hat auch ein Denkmal für Willy Millowitsch seinen Platz gefunden, natürlich nicht als große Figur auf einem Postament, sondern gemütlich auf einer Bank sitzend und zum Verweilen einladend. Der "kölsche Willy" erhielt sein Denkmal verdientermaßen schon zu Lebzeiten und auch der Platz ist gut gewählt: Willys Vorfahren, die "Milovic", hatten zunächst ein Puppenspieltheather, bevor sein Großvater auf die Sprechbühne wechselte.

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