Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
4 Denkmale

Chlodwigplatz

Länge
683
Hausnummern
50678: ungerade 1–5, gerade 2–6
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Stadtteil
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Nach dem Ende der Römerherrschaft waren es die Merowinger, die zu den einflußreichsten Herrschern in Europa wurden und den Boden für die ihnen folgenden Königs- und Kaisergestalten des Mittelalters und der frühen Neuzeit legten. Es leuchtete daher ein, dass bei der Namensgebung der Kölner Ringe, die auf die Entwicklung der deutschen Geschichte veweisen, auch der erste Merowingerkönig Chlodwig geehrt werden sollte.

Erst 14 Jahre nach seinem Herrschaftsantritt ließ er sich ca. 497 Taufen und somit zum Christentum bekehren. Die Nächstenliebe war ihm dabei jedoch fremd. Für die Verwirklichung seiner Machtpolitik schreckte er auch vor Mord nicht zurück.

Am Chlodwigplatz lässt sich eines der letzten erhalten Stadttore der mittelalterlichen Stadtmauer bewundern, die Severinstorburg. Alljährlich beginnt am Chlowigplatz der Rosenmontagzug. Einmalig fand bisher das "Arsch huh - Zäng ussenander" Konzert am 9. November 1992 auf diesem Platz statt.

In den, als Umsteigeort für den Nahverkehr genutzten, Platz mündet die Severinstraße. Vom ihm zweigen die Bonner Straße und die Merowinngerstraße nach Süden ab.

Großer Platz an der südlichen Stadtgrenze Altstadt-Süd/Neustadt-Süd, an der historischen Severinstorburg (eines der drei erhaltenen mittelalterlichen Stadttore Kölns), benannt nach Chlodwig I. (ca. 466–511), dem ersten König des fränkischen Großreichs aus der Merowinger-Dynastie (siehe Merowingerstr.). Chlodwig einigte die fränkischen Teilstämme, schlug 486 den letzten römischen Statthalter Syagrius bei Soissons und erweiterte sein Reich nach der Schlacht bei Zülpich (496) gegen die Alemannen — eine Schlacht, die ein konkreter Bezug zu Köln darstellt: Zülpich liegt nur ca. 40 km südwestlich. Nach der überlieferten Sage hatte er für den Sieg den christlichen Gott angerufen und ließ sich daraufhin Weihnachten 496/498 mit angeblich 3000 Franken in Reims durch Bischof Remigius taufen — der entscheidende Schritt zur Christianisierung der germanischen Stämme. Sein Reich wurde Grundlage für das spätere Frankreich und Deutschland. Im frühmittelalterlichen Cluster der Neustadt-Süd ist Chlodwig die Schlüsselfigur des Übergangs Antike–Mittelalter.

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