Großer Griechenmarkt
Mittelpunkt des historischen Griechenmarktviertels (kölsch „Kreechmaat") — eines der ältesten Stadtquartiere innerhalb der römischen Stadtmauer. Die Unterscheidung zwischen Großem und Kleinem Griechenmarkt ist seit 1797 belegt. Im Mittelalter war das Viertel Zentrum der Färber, Gerber, Vieh- und Fleischhändler; durch die Mauer mit der Griechenpforte (siehe dort) führte der Verkehr nach Westen Richtung Aachen. Die Etymologie ist umstritten: Eine Theorie verbindet sie mit byzantinischen Künstlern, die im 10. Jahrhundert auf Initiative der Kaiserin Theophanu (siehe Am Pantaleonsberg) in der Nähe von St. Pantaleon angesiedelt worden sein sollen — die einzige byzantinisch-griechische Kolonie nördlich der Alpen. Heute ist das Griechenmarktviertel ein lebhaftes Studierenden- und Szeneviertel.
Hier und am Waidmarkt tobte 1371 das blutige Ende des Weberaufstandes. Die unterlegenen Weber wurden von den Patriziern nieder gemetzelt. Der Legende nach soll das Blut der Weber den Rothgerberbach und den Blaubach rot gefärbt haben. Die überlebenden Weber wurden aus der Stadt gejagt und durften diese nie wieder betreten.
Heute verläuft der Große Griechenmarkt vom Krummen Büchel im Osten bis zur Poststraße im Westen. Dabei wird die Neuköllner Straße als Verlängerung der Nord-Süd-Fahrt gekreuzt. Im östlichen Teil findet sich Wohnbebauung, im westlichen Teil sieht man die gläserne Rückseite des Agrippabads und südlich den Wasserturm. Die Katholische Hauptschule und Gemeinschaftsgrundschule Großer Griechenmarkt befindet sich in der Hausnummer 76.
Interessantes in der Straße
Verbundene Baudenkmäler
Stolpersteine in dieser Straße
Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die kleinen Messingsteine wurden vom Künstler Gunter Demnig vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort verlegt.